DÜLMENER WILDPFERDE – INMITTEN DER HERDE

ODER: WIE DAS PFERD IN UNSER LANDESWAPPEN KAM…

 

Zuerst sind sie richtig sauer gewesen… Auf Geheiß der preußischen Regierung hatte der Graf von Spee 1.200 Mülheimer und 700 Duisburger zwangsverpflichtet, die Treiber bei der letzten großen Wildpferdejagd in Westfalen zu stellen. Schließlich ließen sie sich dann aber überzeugen, denn die freilaufenden Pferde verursachten enorme Schäden auf den Feldern und Äckern. Und so zogen insgesamt 2.600 Mann bewaffnet mit Trommeln, Hörnern und Rasseln an einem kalten Dezembermorgen 1814 aus in den Duisburger Wald und fingen die verbleibenden 256 Wildpferde ein. Es war vollbracht, der Mensch hatte den kompletten Lebensraum des Wildpferdes für sich erobert! Den kompletten Lebensraum? Nein! Eine unbeugsame Herde hörte nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten (oder wurde sie schlichtweg vergessen?):

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LECKERES AUS DEM GENUSSGARTEN „ÖKULLUS“

ODER: GENUSSVOLL MAL EBEN SCHNELL DIE WELT RETTEN…

 

Vorletzten Frühling habe ich eine ganze Menge Samen angesät, anschließend unzählige Pflänzchen (ich hatte nicht gedacht, dass aus allen was wird) von einem Topf in den nächstgrößeren umziehen lassen und am Ende des Sommers tatsächlich zwei formschöne, halbwegs schmackhafte Tomaten geerntet. Kurz gesagt: Das mache ich nie wieder! Ich hatte zwar einige Mühe investiert, aber offensichtlich nicht genug, um die Pflanzen mit den empfindlichen Früchten dann auch noch regelmäßig zu wässern und zwischen regengeschützten und sonnigen Plätzen hin und her zu tragen… Oder was auch immer ich hätte tun müssen, um an eine ergiebigere Ernte zu kommen… Mir fehlt eben die nötige Ahnung, aber die Idee vom gesunden Gemüse aus dem eigenen Garten begeistert mich immer noch! Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich auf der „Veggienale“ das Konzept vom Genussgarten „Ökullus“ in Münster-Handorf entdeckte: Frisches Gemüse aus dem eigenen Biogarten, mit fachkundiger Hilfe angebaut.

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„DIE TÜRMERIN VON MÜNSTER“ – EIN JOB MIT AUFSTIEGSCHANCEN

ODER: WAS ICH MIT GOETHE GEMEINSAM HABE…

 

Zum ersten Mal wollte ich einen Blog-Recherche-Termin nach wenigen Minuten abbrechen. Noch dazu einen, auf den ich mich schon lange gefreut hatte, weil er wirklich eine einzigartige Gelegenheit versprach: Ich durfte die Türmerin von Münster hoch oben in ihrer Türmerstube auf St. Lamberti besuchen. Dreihundert Stufen sind es bis dahin, um genau zu sein. Die ersten Beiden davon liegen noch draußen vor der kleinen Holztür neben dem Sandstein-Emblem, das den Türmer zeigt, und waren völlig problemlos zu bewältigen. Doch schon einige Dutzend weiter übermannte mich Panik; der beengte Aufgang und die Erinnerung daran, wie hoch die Lamberti-Kirche gerade noch von außen ausgesehen hatte, waren dann doch etwas viel für mich… Sollte es mich beruhigen, dass die Türmerin dann auch noch pünktlich um Viertel vor Neun zum Handy griff und die Feuerwehr darüber informierte, dass sie mit zwei Besuchern auf dem Turm ist? Oder, dass in den 90er-Jahren hier schon Höhenangst-Patienten behandelt wurden? Beides so gar nicht, aber letztendlich steckte mich Martje Saljés mutige Begeisterung doch an, und wir erklommen gemeinsam mit Reisebloggerin Rebecca Schirge den höchsten Punkt der Münsteraner Innenstadt:

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GUT GEBEETET IM „VIER-JAHRESZEITEN-PARK OELDE“

ODER: HOCH HINAUS UND TIEF ENTSPANNT!

 

Man kann immer nur die Spitze des Eisbergs sehen… Der Teil, der sich unter Wasser befindet, ist um ein Vielfaches größer. Den Passagieren der Titanic wurde das zum Verhängnis, mir hat es kürzlich eine riesengroße Überraschung bereitet! In letzter Zeit war ich häufiger mal am Eingang zum Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde vorbeigefahren, hatte auch das Kindermuseum „KLIPP KLAPP“ aus der Ferne gesehen und mich dann entschlossen, mir mal anzusehen, was an diesem „Eisberg“ noch so alles dranhängt. So etwas hatte ich aber im knapp 30.000 Einwohner zählenden Oelde nun wirklich nicht erwartet: Vor mit breitete sich ein riesengroßer Park mit den vielfältigsten Freizeitmöglichkeiten für alle Generationen aus! Etwas viel für einen Blogpost, daher habe ich für dich nur einige Highlights in Bild und Text festgehalten:

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70 JAHRE „OVERSCHMIDT“ AM AASEE

ODER: LIEBER PAARSCHIPPERN ALS PARSHIPPEN…

 

Ein frischer Wind fegt unter der Torminbrücke hindurch, pfeift durch die Aegidiistraße geradewegs Richtung Innenstadt und breitet sich dann als wohltuend kühles Lüftchen auf dem Domplatz aus. An heißen Sommertagen, an denen andere Städte unter angestauten, drückenden Luftmassen ächzen, wohl kaum zu unterschätzen… Doch wie kommt Münster trotz dichter Bebauung zu diesem Glück? Dazu müssen wir den Weg des Windes wieder zurückgehen und finden schon nach wenigen Minuten die Ursache für die Abkühlung: den Aasee, der im Südwesten unmittelbar an die Innenstadt angrenzt.

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AUF DU UND DU MIT DER „SPARGELKÖNIGIN NRW“ VON HOF HENGEMANN

ODER: WARUM IST GRÜNER SPARGEL GRÜN?

 

Eine echte Majestät trifft man nicht alle Tage! Wenn sie dann auch noch über ein Reich herrscht, das nicht nur große Teile des Münsterlandes durchzieht, sondern sich bis ins Vorgebirge zwischen Köln und Bonn und auf der anderen Seite bis an die niedersächsischen Grenzen erstreckt und 140 Höfe in sich vereint, bemüht man sich schon um die richtige Etikette… Doch weder Knicks noch „Eure Majestät“ waren nötig; bei der „Spargelkönigin NRW“ Christine I. genügte ein bodenständiges „Du“, als ich sie auf Hof Hengemann bei Everswinkel besuchte.

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„WILSBERG“ – BACK IN TOWN!

ODER: LEONARD LANSINK ÜBER MÜNSTER, HUNDE UND DIE NEUEN FOLGEN…

Münsters Frauenstraße ist wieder einmal im Ausnahmezustand: Zeitweise wird sie ganz abgesperrt, dann herrscht reges Treiben, plötzlich wieder gespenstische Stille, eine Menschenmenge schaut derweil gebannt auf ein kleines Ladenlokal, das noch dazu anders aussieht als sonst, kurz gesagt: das „Wilsberg“-Team ist zurück in der Stadt! Als mir Michael Solder, dem das Antiquariat in Wirklichkeit gehört, im Februar berichtete, was während der Dreharbeiten in und vor seinem Laden passiert, stand für mich sofort fest, dass ich mir das ansehen musste. Und wer könnte mir mehr über „Wilsberg“ erzählen als Wilsberg selbst, Leonard Lansink:

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IN DER KUNTERBUNTEN KINDERWELT BEI „COPPENRATH“ UND „DIE SPIEGELBURG“

ODER: BÜCHER UND MEHR AUS MÜNSTER…

 

Ich erlaube mir mal, dich am Anfang vor ein Rätsel zu stellen: Um welchen berühmten Münsteraner geht es hier? Es gibt Bücher über ihn in 30 Sprachen, zwei Kinofilme und sogar ein Musical! Er war in der ganzen Welt unterwegs und half Millionen von Kindern beim Einschlafen. Dieses Jahr feiert er seinen 25. Geburtstag, und hat sich in all diesen Jahren kein bisschen verändert. Verwirrt genug? Dann löse ich auf: es geht hier um den Hasen Felix. Wenn dir das immer noch nichts sagt, dann kann es sich wirklich nur noch um ein Generationsproblem handeln, denn wir „Ab-Mitte/Ende-80er“ sind doch alle mit ihm aufgewachsen…!?

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FRÜHLINGSGEFÜHLE AM TUTTENBROCKSEE

ODER: AM „TWIN CABLE“ ÜBER GLASKLARES WASSER

 

Es ist doch jedes Jahr das Gleiche: Kaum kitzeln die ersten wärmenden Strahlen auf der Nase, schaltet der ganze Körper direkt in einen komplett anderen Modus um und verlangt nach Sonne, Strand und Meer. Ich nehme an, das hat mit Hormonen zu tun. Oder Vitamin-D-Mangel nach dem langen Winter!? Jedenfalls scheint es natürlich zu sein, es wiederholt sich ja jährlich. Das Blöde daran ist allerdings, dass bis zum Jahresurlaub grad noch eine ganz schön lange Durststrecke vor uns liegt… Wie du die überbrücken kannst? Na, mit Sonne, Strand und Meer natürlich:

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SELDA SOGANCI ERWECKT HOLZ ZUM LEBEN

ODER: ILLUSTRATIONEN MIT WIEDERERKENNUNGSWERT

 

Manche Sachen haben einfach einen extrem hohen Wiedererkennungswert. Zum Beispiel die Stimme von Robbie Williams: Kommt ein neues Lied im Radio, weiß ich direkt bei den ersten Zeilen, dass es von ihm ist. Das Gleiche gilt für Farben und Marken – oder denkst du bei einem zarten Lila nicht sofort an Schokolade? Diesen Wiedererkennungswert, so vorteilhaft er auch sein mag, kann man nicht kaufen; man erhält ihn entweder durch besonders markante, persönliche Merkmale oder durch eine beständige Präsenz am Markt. Oder, wie in diesem Fall, durch beides:

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AUF SPURENSUCHE IM „ATELIER TAT-ORT“

ODER: MIT LIEBE GEMACHT…

 

Ein echter Tat-Ort, überall Tatwerkzeuge, Spuren, ja sogar Fingerabdrücke. Und ich mittendrin… Normalerweise wache ich an dieser Stelle schweißgebadet auf, denn ich heiße weder Boerne noch Holmes, sondern bin eher ein ganz großer Angsthase. Aber dieses Mal war alles anders: Es war gar kein Traum, ich stand wirklich mitten im „Tat-Ort“. Doch Angst hatte ich keine, eher große Lust, das Rätsel um die Täter und deren Hinterlassenschaften zu lösen. Ich musste mit kriminalistischem Geschick und unter Einsatz modernster Mittel die Tathergänge rekonstruieren. Denn dass sich hier Einiges ereignet hatte, das, mein lieber Watson, ist elementar:

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NIE WIEDER „BAD HAIR DAY“ – DER CALLIGRAPHY CUT

ODER: VOM MÜNSTERLAND BIS IN „DIE HÖHLE DER LÖWEN“

 

Als ich ins Münsterland zog, war ich auf der Suche nach einem neuen Friseur. Bei der Internetrecherche stieß ich recht schnell auf den Calligraphy Cut und seinen Erfinder Frank Brormann. Ein Haarschnitt mit einer Klinge, der mein doch eher feines Haar griffiger, voluminöser und glänzender machen sollte, das klang erstmal zu schön, um wahr zu sein… Mein erstes Mal hat mich dann gleich so überzeugt, dass seitdem keine Schere mehr an meine Haare gekommen ist, und es auch nie wieder wird! Für mich ist es immer noch ein kleines Wunder, dass das wirklich einen so gewaltigen Unterschied macht, mit welchem Werkzeug man schneidet. Daher war ich dann auch nicht so richtig überrascht, als Frank Brormann vor etwa einem halben Jahr plötzlich im Fernsehen auftauchte. Bei der Sendung „Die Höhle der Löwen“ räumte er richtig ab. Er kam, um einen Investor zu überzeugen, 500.000€ in seinen Calligraphen zu investieren, und bekam schließlich von zwei Löwenteams das Angebot von 1 Million Euro. Spätestens da wurde mir klar, dass der Calligraphy Cut nicht einfach nur endlich eine für mich passende Art des Haarschnitts ist, sondern eine Revolution des Haareschneidens. Als ich meinen Münsterland-Blog startete, stand für mich fest, dass ich Frank Brormann interviewen muss:

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DIE „VEGGIENALE & FAIRGOODS 2019“: ÖKO MEETS VEGAN

ODER: KLEINE VERÄNDERUNGEN KÖNNEN VIEL BEWIRKEN!

 

Auch wenn man darüber streiten kann, ob diese Protest-Aktion unbedingt während der Schulzeit stattfinden muss: Inhaltlich hat die nachfolgende Generation ja recht, wenn sie mit Demonstrationen unter dem Hashtag „FridaysForFuture“ auf die Straße geht. Die Ausbeutung unseres Planeten kann so nicht weitergehen, wir alle müssen umdenken! Allerdings ist es gleichermaßen leicht wie unbefriedigend, gegen etwas zu sein… Viel konstruktiver ist es doch, für etwas zu sein, was man bestenfalls auch noch im eigenen Alltag umsetzen kann. Dafür braucht es natürlich Ideen und Konzepte. Aber man muss das Rad nicht mühsam neu erfinden – Ideen gibt es schon, wie ich auf der „Veggienale & Fairgoods 2019“ im Münster Congress Centrum Halle Münsterland feststellen konnte:

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POTT´S BRAUEREI – EIN FAMILIENUNTERNEHMEN ZWISCHEN TRADITION UND INNOVATION

ODER: WIRD „CRAFT BIER“ DAS NEUE IN-GETRÄNK?

 

Als ich noch im Sauerland wohnte, hatte ich mal einen Nachbarn, der aus dem Münsterland zugezogen war. Eigentlich ein sehr unkomplizierter Mensch, doch wenn´s ans Feiern ging, bestand er hartnäckig darauf, die (doch vermeintlich guten!?) sauerländischen Brauereierzeugnisse zu verweigern und sein „Pott´s Landbier“ zu trinken. Alternativen gab´s nicht. Über solche Beharrlichkeit mag man sich nun wundern, oder auch nicht, jedenfalls war das mein Erstkontakt mit „Pott´s“. Ein paar Jahre ist das jetzt schon her, in der Geschichte der Brauerei ist das aber eher ein Wimpernschlag. Die feiert nämlich in diesem Jahr ihren 250. Geburtstag. Über eine derart lange Unternehmensgeschichte kann man wohl ganze Bücher schreiben… Das habe ich nicht vor. Daher beschränke ich mich auf die Innovationen, die die aktuelle und vorangegangene Generation des Familienunternehmens auf den Weg gebracht hat:

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ANTIQUARIAT SOLDER – HINTER DEN KULISSEN BEI „WILSBERG“

ODER: WENN DER EIGENE ARBEITSPLATZ ZUM DREHORT WIRD…

 

Ein Antiquar sitzt konzentriert inmitten der zehntausend Bücher seines Ladens und studiert seine neueste Errungenschaft: Ein kunstvoll gestaltetes Werk über den Möbelbau aus dem 18. Jahrhundert. Plötzlich hält eine ganze Flotte von Fahrzeugen inklusive 7,5-Tonner mit quietschenden Reifen direkt vor seinem Schaufenster und annähernd sechzig Leute springen heraus, bewaffnet mit Kamera, Mikrofon und jeder Menge anderer, teils skurril ausschauender Utensilien, und stürmen sein Antiquariat… Klingt nach dem Beginn eines guten Krimis, ist es auch. Aber anders, als du jetzt vielleicht denken magst:

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