„WILSBERG“ – BACK IN TOWN!

ODER: LEONARD LANSINK ÜBER MÜNSTER, HUNDE UND DIE NEUEN FOLGEN…

Münsters Frauenstraße ist wieder einmal im Ausnahmezustand: Zeitweise wird sie ganz abgesperrt, dann herrscht reges Treiben, plötzlich wieder gespenstische Stille, eine Menschenmenge schaut derweil gebannt auf ein kleines Ladenlokal, das noch dazu anders aussieht als sonst, kurz gesagt: das „Wilsberg“-Team ist zurück in der Stadt! Als mir Michael Solder, dem das Antiquariat in Wirklichkeit gehört, im Februar berichtete, was während der Dreharbeiten in und vor seinem Laden passiert, stand für mich sofort fest, dass ich mir das ansehen musste. Und wer könnte mir mehr über „Wilsberg“ erzählen als Wilsberg selbst, Leonard Lansink:

 

Wilsberg Schild 2

 

„Wilsberg“ ist wie ein Lottogewinn

 

Seit 1997 drehen Sie mehrmals im Jahr für einige Tage in Münster. Waren Sie vor „Wilsberg“ schon einmal in Münster?

Natürlich. Ich war in Essen auf einem bischöflichen Gymnasium, also auch katholisch damals, und da muss man natürlich auch mal in ein anderes Bistum fahren, um zu schauen, ob der Bischof dort auch ordentlich ist…

 

Wilsberg Dreharbeiten

 

Sie sind im Ruhrgebiet aufgewachsen. Nicht weit von Münster, aber doch eine andere Welt. Wo fühlen Sie sich eher zuhause: im „Malocherpott“ oder im traditionsreichen Münster, der beschaulichen Stadt umgeben vom bäuerlich geprägten Münsterland?

Also, das Ruhrgebiet kriegt man aus Leuten ja nie raus, die daher kommen. Das ist halt Heimat, da hat man so die meiste Zeit seiner Jugend verbracht. Das prägt einen schon eher, als hinterher noch einmal umzuziehen. Ich wohne ja auch gar nicht in Münster; in Wirklichkeit bin ich hier nur auf Besuch.

 

Lansink Dai

 

„Wilsberg“ ist für einen Schauspieler ja ein echter Glücksgriff: Drei bis vier Folgen pro Jahr seit über 20 Jahren und dazu noch so großer Zuspruch vom Publikum. Wie sind Sie an die Rolle gelangt?

Es gab ein Drehbuch, jemand wollte die Geschichte auch drehen, aber es war gar nicht gemacht für eine Fortsetzung… In Wirklichkeit war es ein Film an einem Montag im Jahr. Dass es dann mehrere wurden, das haben wir uns hart erarbeitet, sowohl unsere Redakteure beim Sender als auch wir hier, durch die Qualität dessen, was wir da so machen.

 

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Ist es auch etwas einengend, mehr als 20 Jahre denselben Charakter darzustellen? Schließlich ist „Wilsberg“ zwar etwas älter geworden, aber er ist immer noch der notorisch klamme, manchmal etwas griesgrämige Antiquar…

Ja, aber wenn es lustig ist, kann man es ja auch so lassen. Never change a winning team… Einengend ist das überhaupt nicht, das ist wirklich eher wie ein Lottogewinn!

 

Wilsberg Tür

 

In meinem Blog habe ich auch schon über Michael Solder, den Besitzer des Antiquariats Solder, geschrieben. Ein echter Büchermensch… Wie ist das bei Ihnen? Kommen Sie noch viel zum Lesen?

Ich lese viel, aber ich lese – das muss ich zu meiner Schande gestehen, aber eigentlich ist das ja auch nichts Schlimmes mehr – auf dem iPad. Ich habe Bücher auf dem iPad, und mir ist es nicht so wichtig, dass man das alte Papier in der Hand hat oder den Buchdeckel; ich bin mehr interessiert an dem, was drinsteht.

 

Antiquariat Solder

 

„Wilsberg“ sind nicht nur Sie, auch Roland Jankowsky (Overbeck), Rita Russek (Anna Springer), Ina Paule Klink (Alex) und Oliver Korittke (Ecki) sind schon ewig dabei. Hat das etwas von einem Familientreffen, wenn Sie zu den Dreharbeiten kommen?

Ja, das ist durchaus familiär. Wir sind da sehr nah beieinander und sehr gut zusammen…

 

Wilsberg Set

 

Seit einigen Jahren touren Sie mit Heinrich Schafmeister (Manni aus den ersten „Wilsberg“-Folgen) auf den Theaterbühnen des Landes. Ist auch hier eine Fortsetzung geplant?

Ja, wir machen das noch zwei Jahre. Das haben wir unserem Veranstalter, dem „Tourneetheater Landgraf“ versprochen. Und dann gucken wir mal… Also, das ist ja ´ne gute Geschichte, aber wir können das eh nur im Januar und Februar machen, weil wir nur da Zeit haben für Theater, und im nächsten und übernächsten Jahr machen wir das auf jeden Fall noch.

 

Wilsberg Zuschauer Dreharbeiten

 

Hier in Münster werden Sie auch so geliebt, weil Sie sich sozial engagieren. Z. B. als Schirmherr für die Münsteraner Krebshilfe, mit der Sie jährlich das „Promikellnern“ an den Aaseeterrassen veranstalten. Worauf dürfen wir uns 2019 freuen?

Das machen wir auch wieder, am ersten Sonntag nach den Sommerferien, das müsste der 01. September sein. Da wird das wieder stattfinden.

 

Wilsberg Dreharbeiten Antiquariat

 

Bei meiner Vorbereitung konnte ich in einem Interview lesen, dass Sie einen Hund haben. Neben der Stadt Münster vielleicht etwas, dass uns verbindet… War Ihr Hund schon in Münster zu den Dreharbeiten? Haben Sie einen Tipp für Hundefreunde in Münster?

Ja, also, wir haben ja zwei Hunde: Einen vom Züchter, so einen braunen Labbi, und einen aus dem Tierheim. Wir dachten, es ist ganz okay, einen zu kaufen und einen zu retten… Die waren schon in Münster. Was super für die ist, ist der „Wienburgpark“, das ist ein Paradies für Hunde. Es gibt auch Jogger, Radfahrer und Kinder, aber alle nehmen sehr viel Rücksicht aufeinander und kommen gut klar. Das ist ein großer Hunde-Freilauf-Spaß da!

 

Wilsberg Hunde

 

In den über 20 Jahren „Wilsberg“ hat sich ja auch in Münster einiges getan. Welche Veränderungen sind Ihnen persönlich aufgefallen?

Naja, das Gerüst hier an der „Überwasser“, das gibt´s mal und dann wieder nicht… Dann haben sie den Dom gemacht, das Pendel von Herrn Richter in der Dominikanerkirche ist neu. Unser Hotel ist auch relativ neu, das ist der „Germania Campus“, das hat Herr Deilmann gebaut, das ist ja einer dieser Architekten, die ganz Münster möblieren. Und der Hafen entwickelt sich natürlich rasant, was auch sehr schön ist!

 

Wilsberg Stuhl

 

Mein Blog beschäftigt sich mit dem Münsterland. Inzwischen ist es schon Tradition, dass meine Interviewpartner mir und meinen Lesern ihre Lieblingsorte im Münsterland verraten müssen… Also: Wohin in und um Münster?

In Münster: „Wienburgpark“, wenn die Hunde dabei sind, ansonsten Prinzipalmarkt, Domplatz… Samstagmorgens der Wochenmarkt, großartig, kann ich sehr empfehlen. Um Münster: Wilkinghege finde ich ganz schön, und die Baumberge natürlich, Richtung Nottuln.

 

Leonard Lansink Münster

 

Werden die Dreharbeiten zum neuen „Wilsberg“ mit dem Dreh in Münster abgeschlossen sein, oder geht es noch andernorts weiter?

Wir sind jetzt diese Woche noch in Münster, und dann drehen wir noch den Rest in Köln, also Polizeipräsidium innen und sowas. Wo man nicht aus dem Fenster gucken muss…

 

Wilsberg Fenster

 

Können Sie schon ein wenig über den neuen Fall erzählen?

Also, wir drehen zwei Folgen parallel. In der einen versuchen Eckis drei Ex-Frauen, ihm eine Vaterschaft anzuhängen, deswegen heißt das Ding auch „Vaterfreuden“, und bei der anderen Geschichte, „Der Leibwächter“ wird Anna Springer umgefahren von einem eigenartigen Auto, das dann auch verschwindet, und sie liegt eine Weile im Koma. Wilsberg muss dann natürlich herausfinden, wer dafür verantwortlich ist.

 

Lansink Russek 

 

Ich bin überzeugt, dass unsere liebste Spürnase auch diese Fälle mit Bravour lösen wird, und supergespannt, wie das, was ich heute miterleben durfte, demnächst im Fernsehen wirken wird…

 

Leonard Lansink

 

https://www.zdf.de/filme/wilsberg

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