EIN BESUCH IM „ALLWETTERZOO MÜNSTER“

ODER: DURCH DIE ZONEN!

 

Auch wenn es nur kleine Schritte sind und die auch noch sehr vorsichtig gemacht werden müssen: So gaaaaaaaanz allmählich darfst du dich wieder auf ein ganz kleines bisschen Normalität freuen! Die Frisur dürfte inzwischen wieder perfekt liegen, per „Click and Collect“ kannst du dir auch das passende Frühlings-Outfit dazu aussuchen und dann endlich wieder die ersten Ausflüge unternehmen. Zum Beispiel in den „Allwetterzoo Münster“, der ab heute unter den entsprechenden Auflagen wieder öffnen darf. Du warst ewig nicht mehr im Zoo? Ich auch nicht – und hab festgestellt, dass ich in den letzten Jahren eine ganze Menge verpasst habe:

 

Für die Tiere…

 

Nein, damit meine ich nicht die Umbauten, von denen du später noch eine ganze Menge erfahren wirst, ich meine die inhaltliche Ausrichtung! Denn in Tierparks geht es längst nicht mehr (nur) darum, dass du dir wilde Tiere anschauen kannst, sondern um Arterhalt und Klimaschutz. Bereits in den 90ern setzte dieses Umdenken ein – weg vom Museum, hin zur artgerechten Arbeit mit dem Tier; ganz vorne mit dabei:  Der „Allwetterzoo Münster“. Mit dem Klima- und Artenschutzcampus in Münster und dem Artenschutzzentrum in Kambodscha, mit dem weltweit einzigartigen „Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz“ und zahlreichen Forschungsprojekten übernimmt der Zoo schon lange seine Verantwortung, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen.

 

 

Am Beispiel des Przewalski-Pferdes kannst du besonders gut nachvollziehen, wie das Ganze funktioniert; zumindest ging´s mir so: In freier Wildbahn ist es komplett ausgestorben, seine Art konnte nur durch die in Tierparks lebenden Individuen gesichert werden. So lange, bis der Lebensraum wieder intakt ist, ein Umdenken der Menschen stattgefunden hat, wird der Erhalt durch Zucht gesichert; inzwischen gibt es in der Mongolei wieder eine frei lebende Herde. Genau so funktioniert es auch bei anderen Arten; die Erhaltungszucht wird natürlich streng überwacht, um die genetische Vielfalt zu erhalten.

 

 

Nun ist es nicht nur wichtig, die Art zu erhalten, sondern ganz besonders auch, die jeweiligen Tiere artgerecht zu halten. Und dazu gehören sogenannte „Enrichements“, das ist bei deinem Hund so und bei den Zootieren nicht anders: Beschäftigung durch soziale Kontakte zu Artgenossen oder anderen Tieren, durch Gerüche – Duftkissen für Tiger! – und durch Training, das im Idealfall dazu führt, dass die Tiere sich stressfrei untersuchen lassen und vielleicht sogar noch Spaß daran haben. Und noch etwas hat sich geändert: Der „Direct Contact“ vom Pfleger zum Tier wurde zum „Protected Contact“ – nicht nur zur Sicherheit für den Menschen, sondern auch für den respektvolleren Umgang mit seinem Schützling.

 

 

Auch die Gehege wurden den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend gestaltet: Während einige Tiere eher Fläche benötigen, geht es für den Amurleoparden, von dem es kaum mehr hundert Freilebende gibt, in die Höhe. Aber wenn du genau hinschaust, kannst du ihn bestimmt entdecken!?

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Du fragst dich, wen der Leopard da so aufmerksam beobachtet? Na, die zuckersüßen Erdmännchen wohnen gleich gegenüber… Aber lass dich von ihrer bezaubernden Art nicht täuschen: Wenn mal ein Storchenbaby von den regelmäßig im „Allwetterzoo“ gastierenden Paaren in ihr Gehege fällt, ist es mit ihrer Freundlichkeit vorbei!

 

 

Andere Arten passen da schon besser zusammen: Im Afrika-Gehege wohnen Strauß, Wasserbock, Gnu, Zebra und Kronen-Kranich friedlich Seite an Seite – soziales „Enrichement“ gelungen. Aber auch das klappt nicht mal eben so: Nach und nach müssen die einzelnen Arten aneinander gewöhnt, und ihr Verhalten beobachtet werden.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Manchmal müssen einige Tiere Münster verlassen, damit andere mehr Platz haben. So zogen zum Beispiel die Schimpansen in einen anderen Zoo; die Gorillas können sich nun im großzügigen Innen- und Außengehege viel besser ausbreiten… In den 70er-Jahren lebten einmal über 400 Arten im „Allwetterzoo“, nun sind es noch knapp 300 mit ca. 2.850 Individuen.

 

 

… und die Menschen!

 

Ein Zoo ist also kein Freizeitpark, so viel steht fest; dennoch kannst du bei deinem Besuch eine richtig schöne Zeit haben und nebenbei noch eine ganze Menge lernen. Das neue Farbkonzept führt dich durch die Klimazonen, Informationstafeln klären dich über die jeweilige Art und ihren natürlichen Lebensraum auf. Und wenn du dann liest, dass den Orang-Utans immer weniger davon zur Verfügung steht, weil sich die Palmöl-Plantagen immer weiter ausbreiten, kommst du vielleicht ein bisschen ins Nachdenken…

 

 

Besonders die Tiere werden sich über deinen Besuch freuen! Sie sind das Grundrauschen der Besucher gewohnt; in der Stille des Lockdowns achteten sie verschreckt auf jedes Geräusch, jede Person; die Elefanten kamen in den ersten Tagen sogar pünktlich um 12 und 16 Uhr zu der Stelle, wo sonst immer die öffentliche Fütterung stattfindet. In den nächsten Wochen werden zwar die Tierhäuser geschlossen bleiben, und es wird auch kein Rahmenprogramm geben, aber vielleicht nimmst du dir die Zeit, setzt dich mal in Ruhe vor ein Gehege und beobachtest das Tier. In den begehbaren Gehegen der Kattas und Colobus-Äffchen oder im Streichelzoo kannst du sogar noch etwas näher in Kontakt kommen.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Und dann solltest du wirklich häufiger kommen, denn sonst verpasst du wieder eine ganze Menge: Aktuell wird das alte Tropenhaus abgerissen, weil bereits nächstes Jahr die „Meranti-Halle“ eröffnet werden soll: Die Tropen im Herzen Westfalens auf 4.000 Quadratmetern. Da die Tiere auf unterschiedlichen Ebenen leben (du erinnerst dich an den Leoparden!?), wird es Türme für die Besucher geben; sogar ein Unterwasser-Einblick wird möglich sein. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, und werde nicht wieder so viel Zeit bis zu meinem nächsten Zoobesuch vergehen lassen!

 

 

Bevor du direkt losstürmst: Du solltest unbedingt vorher online einen Termin für deinen Zoobesuch reservieren, auf dem gesamten Gelände eine medizinische Maske tragen und ausreichend Abstand zu haushaltsfremden Personen halten. Ich wünsche dir ganz viel Spaß!

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Allwetterzoo Münster, Sentruper Str. 315, 48161 Münster

https://www.allwetterzoo.de/

https://www.facebook.com/allwetterzoo/

https://www.instagram.com/allwetterzoo.de/

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.